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Tarifvertrag ausbildung hotelfachfrau

Die NGG ist die einzige Gewerkschaft, die an Tarifverhandlungen in der Branche beteiligt ist. Die NGG hat insgesamt 206.000 Mitglieder (2010). Rund 41 % der Mitglieder sind Frauen. Zahlen über die Mitgliedschaft in Hotels und Restaurants werden nicht veröffentlicht, aber es wird zugegeben, dass die Gewerkschaftsdichte in diesem Sektor insgesamt gering ist. Die Struktur der Industrie mit ihrer Dominanz kleiner Betriebe macht es sehr schwierig, eine breite und nachhaltige Gewerkschaftspräsenz aufzubauen. Dies spiegelt sich zum Teil in der marginalen Präsenz der Betriebsräte in der Branche wider. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Bereich “Hotel, Gastronomie und sonstige Dienstleistungen” haben nur 3 % der Betriebe, die 14 % der Beschäftigten in Betrieben mit mindestens fünf Beschäftigten in Westdeutschland beschäftigen, einen Betriebsrat. In Ostdeutschland lag die Deckungsquote der Betriebsräte 2009 bei 4 % bzw. 16 %. Die Zahl der Lehrstellen in der Branche ging 2009 weiter zurück und erreichte mit 96.000 Ausbildungsstellen einen neuen Niedrigen. Viele Betriebe finden keine Lehrlinge, die freie Stellen besetzen, was zum Teil damit zu tun hat, dass die Zahl der Schulabgänger in Deutschland insgesamt zurückgeht. Die Abbrecherquote der Lehrlinge ist überdurchschnittlich hoch.

Laut NGG hat dies damit zu tun, dass die Branche nicht für einen angemessenen Wettbewerb um Auszubildende qualifiziert ist. Die DEHOGA betont ihr Engagement für qualifizierte Ausbildung in der Branche als Schlüssel zur Fachkräftebindung. Der Arbeitgeberverband weist darauf hin, dass die Anpassung an die spezifischen Arbeitszeiten und den Stress in der Industrie einen notwendigen Teil einer angemessenen beruflichen Ausbildung darstellt, verurteilt jedoch, dass einige Arbeitgeber Lehrlinge als billige Arbeitskräfte missbrauchen. Die DEHOGA fordert eine Liberalisierung des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG), damit junge Arbeitnehmer unter 18 Jahren bis 23 Uhr (derzeit gesetzliche Grenze: 22 Uhr) arbeiten können. Die gesetzliche Arbeitszeitbegrenzung pro Schicht sollte von 11 auf 12 Stunden verlängert werden. Diese Forderungen wurden von der NGG zurückgewiesen. Lange Arbeitszeiten, unbezahlte Überstunden und mangelnde Ausbildung gehören zu den häufigsten Beschwerden unter jungen Arbeitnehmern in der Branche. Die NGG sieht in den harten Arbeitsbedingungen eine der Hauptursachen für die große Zahl junger Arbeitnehmer, die ihre Lehre aufgeben und die Branche verlassen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen gesenkt.

Die Steuerersparnisse sollten Investitionen in Beschäftigung, berufliche Weiterbildung und Gehälter ankurbeln. Dieser Schritt wurde von DEHOGA begrüßt. Die NGG kritisierte diese Steuersenkung und erklärte, entgegen den Ankündigungen der Hotellerie seien die Steuerersparnisse nicht wie geplant investiert worden.